geschrieben am Mittwoch, 17. November 2010, 12:44 Uhr
Liebe Obenbleiber,
ich habe gestern Abend den Livestream mit Herrn Grube im Ulmer Rathaus verfolgt. Er hat dabei mit 3 Argumenten versucht, die K 21 Planung als Phantom abzutun. Diese Argumente wurden auch schon im 4. Faktencheck von den Befürwortern ins Feld geführt.
1. Laut VGH-Urteil 2006 sei K 21 nicht planfeststellungsfähig. Ich habe mir das Urteil durchgelesen und keine Stelle gefunden, die diese Behauptung bestätigen würde. Aber vielleicht habe ich auch etwas übersehen. Weiß jemand, auf welche Passage des Urteils sich die Befürworter berufen?
2. Herr Grube hat in Ulm behauptet, dass schon das Planfeststellungsverfahren 10 Jahre in Anspruch nehmen würde und hat dann den Gesamtzeitraum bis zur Fertigstellung des Projekts auf rund 30 Jahre beziffert. Laut „Stuttgart 21_ Das Projektmagazin / Herbst 1997“ wurden für den Umbau des Bahnknotens von der Ideenskizze 1994 bis zur Inbetriebnahme 2008 14 Jahre kalkuliert. Sind in der Zwischenzeit im Planfeststellungsverfahren Änderungen eingetreten, die eine wesentliche Verlängerung des Verfahrens nahe legen? Weiß hier jemand Bescheid? Kennt sich jemand auf diesem Gebiet aus?
3. Beim K 21-Konzept sollen doch im Neckartal bis Mettingen zwei neue Gleise hinzukommen. In der 4. Schlichtungsrunde haben unsere Leute mit Fotos von den Gleisanlagen zu belegen versucht, dass dies machbar wäre. Allerdings haben sie diesen Nachweis nur in einem Bereich erbracht. Herr Grube hat nun gestern Abend so getan, als wäre dort kein einziges Gleis mehr zusätzlich möglich. Er kenne die Situation sehr gut aus seiner Zeit bei Daimler, so Herr Grube. Da steht nun wieder Aussage gegen Aussage. Das heißt, wir brauchen einen nachvollziehbaren Nachweiß für die gesamte Strecke im Neckartal (z.B. in Google Earth Bilder), den sich jedermann aus dem Internet herunterladen und vor Ort nachprüfen kann, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle möglicherweise städtebaulich problematisch werden sollte. Aber es muss in der Realität machbar sein.
D.h. Herrn Grube’s Phantom-Argument muss vom Tisch. Wir müssen die drei Punkte fachlich entkräften. Am Besten öffentlich, z.B. beim Faktencheck.


