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Ulrike Braun »
Rückmeldung an alle Zustimmer zum Vorschlag einer "Stuttgarter Erklärung"
http://www.parkschuetzer.de/statements/111847 ("vorläufiges Endergebnis")
inkl. meinem persönlichem Eindruck vom heutigen Großen Palaver im RathausMein Minimalziel war: Die Protestbewegung darf nicht abgewickelt und zahnlos gemacht werden, indem man, als ersten Schritt, zunächst mal die MoDes aussetzt oder abschafft.
Meine Hoffnung war: 1. Die Protestbewegung findet die Basis für einen echten Neuanfang und ein neues Selbstverständnis ihrer Legitimation, das am besten in einer Art Resolution dokumentiert wird als deutliches Signal nach innen UND nach außen. 2. Darauf aufbauend: einen dringend benötigten, gemeinsamen Aktionsplan in Vorbereitung auf den gerade bekanntgegebenen Zerstörungsplan der Bahn in Gang zu setzen.
Mein Traum: Planung einer neuen, tragfähigen organisatorischen Struktur, die ALLE Facetten des Protestes berücksichtigt, UND einer Strategie, die realistisch auf den vorhandenen Ressourcen (Zeit, Geld, Perssonal, Mittel etc.) aufsetzt.
Das Minimalziel wurde erreicht. Zumindest bis Januar. Das war nicht selbstverständlich, vgl. StZ heute: "Gegenüber der Stuttgarter Zeitung hatte Stocker vor Beginn erklärt: „Ich glaube, dass die Montagsdemonstration jetzt ihre Legitimation verloren hat.“" (Sagte beinahe wortwörtlich auch der MP.)
Hoffnung und Traum zerstoben dagegen umgehend angesichts einer womöglich gelösten Feierarbeitsstimmung, gleichzeitig aber vollkommen uneffizienten und im Großen und Ganzen unkoordinierten Arbeitsweise. Ein roter Faden war selten zu erkennen, dazu passend blieb am Schluss auch völlig ungeklärt, was nun aus den auf Hunderten von Kärtchen und mehreren beschriebenen Papieren gesammelten Ideen nun denn konkret von wem gemacht werden solle. Alles wurde fotografiert. Immerhin.
Dies ist kein Vorwurf an das ohne Frage sehr engagierte Organisationsteam. Wer so was stemmen will, muss schon über unglaublich viel Erfahrung und Professionalität verfügen. Firmen bereiten so was über Wochen vor und investieren ordentlich Geld, wenn sie brauchbare Ergebnisse erzielen wollen. Dies innerhalb von wenigen Tagen, dafür aber mit zu wenig Personal, zu knapp vorhandenem Material und unzureichender Infrastruktur ebenfalls schaffen zu können, wäre selbst für Profis ein Wunder gewesen.Auch aus diesem Grund "schaffte" es unsere "Erklärung" nur mit viel Mühe und auf x unattraktive DinA4-Seitchen zusammengestückelt auf ein Flipchart; die in Aussicht gestellten Kopien zum Verteilen an die Teilnehmer fielen ebenso wie die Unterschriftenlisten der Tatsache zum Opfer, dass das Orgateam wohl trotz Bemühens nicht über einen funktionierenden Kopierer im Haus verfügen konnte. Dies alles erfuhr ich leider erst eine halbe Stunde vor Beginn, sonst hätte ich gestern sicher nicht gepostet, dass es Unterschriftenlisten gäbe. Sorry. - Dies waren die organisatorischen Rahmenbedingungen.
Was aber für mich noch ernüchternder war: Mangels ungeklärter Zuständigkeiten und transparenter Abläufe war es mir nicht möglich, die Diskussion über eine solche Erklärung, geschweige denn über eine mögliche Verabschiedung einer Resolution an irgendeinem Punkt innerhalb der Tagesordnung zu platzieren.
Mehr noch: Bis auf eine Ausnahme stieß ich nicht gerade auf offene Ohren bei meinem Versuch, wenigstens noch dem ein oder anderen Verantwortlichen in einem persönlichen Gespräch die Dringlichkeit einer solchen Resolution als Grundlage für alle weiteren Aktionen nahezubringen. ("Brauchen wir nicht. Wir sind doch sowieso legitimiert.") - Das einzige Ergebnis war, dass unser Entwurf als Anlage im Verteiler der Aktionskonferenzen untergebracht werden kann. Vielleicht wird ja über diesen Weg noch mal was draus? Vielleicht hat auch hier noch einer eine gute Idee? Denn der Entwurf ist mit all Eurem Input aus diesem Forum richtig gut geworden (nochmals danke an alle!), wie mir auch im Rathaus von einigen rückgemeldet wurde.Mein Fazit:
Dies war alles andere als ein Neubeginn, eher alter Wein in neuen Schläuchen.
Es wurden keinerlei Voraussetzungen für einen Neustart geschaffen (etwa für Fehleranalyse, Legitimation, Bestandsaufnahme der Ressourcen, Organisationsstruktur, Strategien).
Wir stehen genau da, wo wir aufgehört haben: Viele einzelne, nicht aufeinander abgestimmte Häuflein. (Manche nennen das buntkreativfantasievoll, andere chaotisch).
Vorherrschend war, fand ich, einmal mehr, lediglich sich zu bestätigen und das Wir-Gefühl zu stärken. Kann natürlich auch sein, dass genau dies im Grunde das Ziel dieser Veranstaltung war und ich nur von falschen Voraussetzungen ausgegangen bin.Ich meine aber immer noch, dass wir ein gemeinsames Fundament haben sollten, wenn wir die nächsten harten Wochen einigermaßen schlagkräftig und erfolgreich bewältigen wollen. Vielleicht bin ich da aber, nicht zuletzt in Kenntnis des DB-Zeitplans, einfach zu ungeduldig ...?




@Ulrike Braun: Das mit der "Erklärung" ist sehr schade. Es trübt aber auch die Einstellung zum "Ratschlag" insgesamt. Ich empfand die Veranstaltung als enorm kreativ und zielführend. :)
Die Stuttgarter Erklärung ist veröffentlicht und kann auf OpenPetition online gezeichnet werden.
Siehe: http://www.parkschuetzer.de/statements/113786
#Stuttgarter_Erklärung