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Juchti »
#AktuelleLage #Rosenstein #bericht
so...nun zu dem Statement http://www.parkschuetzer.de/statements/163322 betr. Juchtenkäfer.
Als ich heute angekommen bin, waren alle schon weg. Aber das der neu "geschützte" Baum in der Ehmannstraße (Richtg. Post) deshalb geschützt wird, weil dort der Juchtenkäfer wäre, bekam ich noch mit. Ich suchte den Baum ab und wurde auf den Mulm 2 Bäume weiter links aufmerksam. Somit dachte ich, das der falsche Baum "geschützt" wird. Dem ist nicht so: dieser Baum wird "geschützt", weil morgen direkt daneben aufgegraben wird: da kommen die Leitungen hoch (Fernwärme, Wasser...) und die sollen an die Leitungen aus dem Park angeschlossen werden (an der "neuen" Einfahrt / Ehmannstr.) Als ich den Mulm sah und twitterte, hatte ich diese Info noch nicht. Die bekam ich erst durch den Capo, der sich für seinen Arbeiter entschuldigte. Dieser hatten den ersten Zettel abgerissen und wollte auch den 2. entfernen. Ich durfte mir böse Worte anhören. Der Capo erzählte noch, daß sie "etwas" im Zeitverzug sind, auf der jetztigen Baustelle demnächst wieder Gras gesät wird und der neue Spielplatz demnächst gebaut wird.
Ich denke, da werden im Oktober keine größeren Aktionen (Fällungen) mehr sein - das war's ...und die Bauarbeiten waren die Infos an die Canstatter (zumindest diesen Monat). Ich bin bis zum Nordbhf und gegenüber Lidl / Rosensteinstr. gelaufen und nach den großen Parkmöglichkeiten geschaut: da waren nirgends "auffällige" Fahrzeuge. Im Park, Richtung Neckarhang wurden noch sehr aufwendige Baumpflegearbeiten gemacht - an Bäumen mit einem weißen Kreuz. Dies durchzuführen wäre unsinnig, wenn demnächst gefällt werden würde....wohl schon im nächsten Halbjahr, aber nicht unmittelbar jetzt.
Nochmal zum Juchtenkäfer: der Baum ist zu jung, es wird etwas anderen drin bohren - vielleicht kann jemand den Mulm bestimmen. Aber das Eichhörnchen, das die Nuss hinein gelegt hat, wird wohl Pech haben....




Der BUND wird garantiert nichts unternehmen...
Letztes Mal hat Frau D. umgehend geantwortet. Da ich mit ihrer Antwort nicht zufrieden war, hab ich ihr zurückgeschrieben. Seither antwortet sie mir nicht mehr. Muss sie irgendwie überführt haben...
Insofern gebe ich Dir recht, Gerhard.
Das wird alle interessieren, die Antwort von Frau Dahlbender:
"der BUND bzw. die MitarbeiterInnen der Bundes-, Landes-, Regional- und Kreisgeschäftsstellen haben auch nach der Volksabstimmung tausende Arbeitsstunden in die Kritik von S21 gesteckt. Sei es zu den Themen Artenschutz, Grundwasserschutz, Geologie, Filderdialog, Kostenexplosion, S-Bahn-Chaos, bundesweites Schienennetz und noch vieler anderer Themen. Kein Umweltverband - und in Stuttgart gibt es noch viele - hat sich so sehr engagiert, wie der BUND.
Die Volksabstimmung ist aus meiner Sicht nicht irrelevant. Und zwar aus folgendem Grund: Wir haben im Aktionsbündnis sehr lange und intensiv über die Teilnahme an der Volksabstimmung diskutiert und das Aktionsbündnis hat im Sommer 2011 beschlossen an der Volksabstimmung teilzunehmen. Wir waren uns bewusst im Aktionsbündnis, dass die Volksabstimmung ausschließlich um die Frage der finanziellen Beteiligung des Landes an S21 gehen würde und trotzdem haben alle Gruppierungen des Aktionsbündnisses gesagt; wir wollen teilnehmen. Wir haben zudem gesagt, dass das undemokratische Quorum von 33% für uns nicht gilt. Wir haben viel mehr gesagt, die Mehrheit gilt. Mit der Aussage die Mehrheit gilt, bin ich als Sprecherin des Aktionsbündnisses und als Sprecherin des Landesbündnisses „Ja zum Ausstieg“ landauf – landab bei allen Veranstaltungen aufgetreten. Wir haben leider die Mehrheit nicht gehabt bei der Abstimmung. Und die Mehrheitsmeinung habe ich akzeptiert. Das entspricht meinem demokratischen Verständnis.
Das heißt aber nicht, dass ich auch auf der fachlichen Ebene mich zurückgezogen habe. Der BUND unterstützt eine Vielzahl von Arbeiten personell, finanziell und mit Expertise und rechtlichem Beistand.
Sie werfen mir vor nicht da zu sein, wenn der Widerstand mich bräuchte. Das ist nicht zutreffend. Ich habe mich in zahlreichen Pressemitteilungen geäußert und ich habe auf der Demo im Herbst 2012 im Vorfeld des Aufsichtsratbeschlusses geredet. Des Weiteren steuere ich natürlich auf Landesebene die BUND Arbeit und sorge dafür, dass die o.g. Personal- und Finanzmittel vorhanden. Sind. Des Weiteren führe ich ganz viele Hintergrundgespräche.
Sie schreiben, dass die Bürger sich nicht selbst wehren können. Das ist nur zum Teil zutreffend. Direkt betroffene Anwohner können sich sehr wohl gerichtlich wehren - zumindest bei den aktuellen, zahlreichen Planänderungen. Leider kommt dieses Bewusstsein bei vielen Bürgern relativ spät. Der beste Zeitpunkt war um 2005-2007, dort wurden die meisten S21-Abschnitte planfestgestellt. Geklagt hat damals nur der BUND und zwei Anwohner. Trotzdem, seien Sie versichert, dass der BUND klagen wird, wenn er eine Klagechance sieht. Da wir uns aber fast nur über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren, haben wir die Pflicht sorgfältig und verantwortungsbewusst damit umzugehen, denn bei gerichtliche Auseinandersetzungen kann man sehr schnell Zehntausende Euro in den Sand setzen.
Mit gesundem Menschenverstand betrachtet haben Sie recht und ich stimme Ihnen im Grundsatz zu, dass hier wieder einmal ein alter Park zerstört wird. Fakt ist aber, dass die Bahn mit Planfeststellungsbeschluss im Jahre 2005 3,2 Mio. Grundwasser abpumpen darf - auf der Basis kann sie heute schon bauen. Wenn die Bahn die doppelte Menge nicht genehmigt bekommt, muss sie die Bauzeit strecken, sprich weniger Baugruben aufmachen. Das bedeutet aber nicht automatisch ein Baustopp. Auch mir fällt es schwer dies auszuhalten, aber es ist leider so dass die Bahn hier nach geltendem Rechts so handeln darf.
Es ist nicht wahr, dass der BUND nichts zum Schutz den Rosensteinparks unternimmt. Wir nehmen den Eingriff in den Rosensteinpark nicht hin und die Sache hat hohe Priorität. Gesagt werden muss auch, dass einer der größten Eingriffe für den Rosensteinpark durch den geplanten Straßentunnel droht, wo gegen sich der BUND vehement gewehrt hat. Die Gemeinderatsfraktion der SPD hat aber den Ausschlag gegeben, dass doch gebaut wird. Das Problem ist, dass wir momentan keine rechtlichen Hebel sehen die Fällungen zu verhindern. Ich darf Ihnen versichern, dass wir uns natürlich um die Bäume kümmern und danach schauen, ob tatsächlich Juchtenkäferbäume gefällt werden und wie mit dem Schutz der Juchtenkäferlarven umgegangen wird. Laut DB sollen in nächster Zeit im Rosensteinpark im Bereich Ehmannstraße 110 Bäume gefällt werden. Davon 6 große Bäume mit einem Stammdurchmesser von über 50 cm. Bei einer Kartierung im Jahre 2012 wurden im Rosensteinpark im Bereich der S21-Baubereiche (Nähe Ehmannstraße und Neckarhang) insgesamt in 17 Bäumen Juchtenkäfervorkommen festgestellt. Von den Juchtenkäferbäumen soll 5 gefällt werden. Nach unseren Informationen sollen die Stämme mit Juchtenkäferbesatz im Rosensteinpark in der Nähe von geeigneten, potentiellen Juchtenkäferbäumen zu sog. Totholzpyramiden aufgestellt werden, damit die Käferlarven ihre bis zu 4 Jahre lange Entwicklung abschließen und dann die Adulttiere übersiedeln können. Ob dies tatsächlich so funktioniert ist in Fachkreisen umstritten. Der BUND hat aber auch keine Hinweise, dass es nicht funktioniert. In dem von "Parkschützern" beschriebenen Baum ist zwar eine Baumhöhle erkennbar - dies bedeutet aber nicht, dass automatisch dort Juchtenkäfer vorkommen. Dem Foto nach ist der Baum zu jung für einen Juchtenkäferbesatz. Wir werden uns trotzdem darum kümmern. Aufgrund der uns momentan (!) bekannten Sachlage, sieht der BUND keinen Verstoß gegen artenschutzrechtliche Bestimmungen.
Ihr Vorwurf wir würden den Rosenstein preisgeben trifft uns schwer. Ich kann Ihre Trauer und auch Ihre Wut über unsere gewisse Hilflosigkeit angesichts der Rechtlage verstehen. Ihre Vorwürfe gegen den BUND muss ich jedoch zurückweisen. Der BUND kämpft wie ein Löwe seit 1994 gegen Stuttgart 21 und für den Erhalt des Rosensteinparks. Und auch jetzt bringen wir erhebliche Personal- und Finanzmittel auf um uns für den Rosensteinpark einzusetzen. Der BUND ist der einzige Umwelt und Naturschutzverband der in all den Jahren sich hier derart stark und vehement eingebracht hat. Wir werden dies auch weiterhin tun. Ich möchte Ihren Blick auch wenden auf den exorbitant großen Einsatz des BUND beim Erörterungsverfahren zum GWM sowie auch beim Erarbeiten von Stellungsnahmen.
Seien Sie versichert, wir tun was wir können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Brigitte Dahlbender"