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Eingeordnet unter: Stuttgart 21

  • Infobündnis Zukunft Schiene
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    Infobündnis Zukunft Schiene » #Abstellbahnhof #untertürkheim #timo #StN

    STN – leider noch nicht online:

    Neustart für #Abstellbahnhof

    Stuttgart 21: Drei Jahre nach der Auslegung ändert die Bahn ihre Pläne in #Untertürkheim – Geplante Bauzeit mehr als halbiert

    Das Bahnprojekt Stuttgart 21 steht unter großem Zeitdruck. Der Konzern drängt daher beim Eisenbahn-Bundesamt auf rasche Genehmigungen. Beim neuen Abstellbahnhof in Untertürkheim lässt sich die Bahn aber sehr viel Zeit.

    Von Konstantin Schwarz

    STUTTGART. Nicht immer ist die Bahn bei ihrem Milliardenprojekt Stuttgart 21 so schnell wie von ihr selbst geplant unterwegs. Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Käfer spricht bei absehbarer Verspätung gern von "behördlichem Schwergang" – soll heißen: Die anderen sind schuld. Bei der Krisensitzung im März 2013, als die Kontrolleure eine Kostenexplosion von 4,5 auf 6,5 Milliarden abnickten, bezifferte Käfer den aushändigen Schwergang mit glatt 400 Millionen Euro.
    Doch die Bahn tut sich offenbar auch selbst mit den eigenen Plänen schwer. Im Juli 2010, immerhin sechs Jahre nachdem sie das Verfahren beim Eisenbahn-Bundesamt (Eba) beantragt hatte, legte sie ihre Pläne für den neuen Abstellbahnhof in Untertürkheim öffentlich aus.
    In dem Stadtteil sollen auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs künftig Züge gereinigt und für die Weiterfahrt zusammengestellt werden. Die neue Anlage ist als Teilersatz des bei Stuttgart 21 im Rosensteinpark wegfallenden Wartungsbahnhofs gedacht. Die eigentlichen Wartungsarbeiten werden allerdings künftig in Neubauten im Ulm und Tübingen geleistet.
    Die Auslegung der Pläne brachte der Bahn bis zum 18. August 2010 insgesamt 700 Einwendungen. Sie müssten eigentlich wenige Monate nach dem Ende der Einwendungsfrist erörtert werden. Beim Thema Grundwasser im Schlossgarten drohte die Bahn dem fürs Erörterungsverfahren zuständigen Regierungspräsidium (RP) wegen einer Fristüberschreitung Konsequenzen an.
    Beim geplanten Abstellbahnhof zeigt die Bahn dagegen Langmut. "Nein, gedrängt wurden wir in diesem Fall nicht, im Gegenteil, wir warten noch auf die Stellungnahme der Bahn", sagt ein Behördensprecher: Eine Aussage zum Zeitplan könne man daher nicht geben.
    Was die Bahn liefern muss, ist durchaus umfangreich. Es geht um Lärmgutachten, artenschutzfachliche Untersuchungen und laut Bahn neuerdings auch um neue Spurpläne für das 135 000 Quadratmeter große Gelände. Immerhin 17 600 Meter Gleise müssen für den Abstellbahnhof zwischen Augsburger und Benzstraße neu verlegt werden. 180 Züge sollen täglich darüber rollen und in der 128 Meter langen Waschanlage geschrubbt werden.
    Die Um- und Neuplanungen sind offenbar so umfangreich, dass es für den Abstellbahnhof in Untertürkheim einen Neustart geben könnte. Infrastrukturchef Kefer gab bei der jüngsten Sitzung des Stuttgart-21-Lenkungskreises zur Kenntnis, dass eine Neueinreichung der Unterlagen geplant sei. Das gehe aber erst, wenn man abgestimmt habe, wie man mit allochthonen (natürlich vorkommenden) und autochthonen (eingewanderten) Mauereidechsen umgehe.

    Naturschützer warnen davor, Eidechsen auf den Fildern zu halten

    Wie man mit den Tieren, die sich im Schotterbett des alten Güterbahnhofs außerordentlich wohlfühlen, auf keinen Fall umgehen sollte, wissen der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Landesnaturschutzverband. Sie haben die Bahn im Juli 2013 davor gewarnt, die Eidechsen einzusammeln und fünf Jahre lang in Nellingen auf einem Nordosthang in einer Voliere zu halten. Die Sterberate sei dann sehr hoch, was sogar der Bahn-Gutachter einräume.
    "Die Eidechsenfrage ist nicht trivial", sagt BUND-Regionalgeschäftsführer Gerhard Pfeifer. Die Umsiedlung sei ein "vages und risikoreiches Experiment", bei dem der Lebensraum der Tiere auf 3750 Quadratmeter beschnitten werde. Auf den Fildern gebe es bislang keine Mauereidechsen, auch weil die Jahresdurchschnittstemperatur um zwei Grad niedriger liege als im Neckartal. Wenn, so Pfeifer, dann sollten im Tal Ausweichflächen gesucht werden.
    Das könnte dauern. Genauso wie ein neues Lärmschutz-Gutachten. Sobald die Punkte "bahnintern final angestimmt sind", sagt eine Sprecherin des S-21 Kommunikationsbüros, werde das Planfeststellungsverfahren fortsgesetzt. Wie, entscheide das Eisenbahn-Bundesamt.
    Für den Bau und Probebetrieb des neuen Abstellbahnhofs hat die Bahn in ihrem Bauantrag eine Gesamtbauzeit von 7,5 Jahren angegeben. Es könnte also sehr knapp werden mit der Stuttgart-21-Gesamtinbetriebnahme Ende 2021. Dazu gibt die s-21-Sprecherin Entwarnung. Der Abstellbahnhof liege "nicht auf einem kritischen Pfad". Nach dem bisherigen Schwergang soll offenbar im ICE-Tempo gebaut werden. Das Bummelzugtempo im Bauantrag stimmt offenbar nicht. "Für den Bau sind drei Jahre veranschlagt", so die Sprecherin.

    Das Infobündnis Zukunft Schiene – Obere Neckarvororte stellt am Ende des Jahres zufrieden fest, dass seine unermüdliche, gelegentlich wenig beachtete Arbeit durchaus Früchte trägt. Wir bedanken uns bei allen uns gewogenen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für ihre Unterstützung und wünschen von Herzen ein gesundes und glückliches Neues Jahr, indem wir weiterhin gemeinsam oben bleiben.

    7 Kommentare · Alle Kommentare laden
    • Louisiana »

      Scan des Artikels durch Timo: http://www.parkschuetzer.de/statements/166776

      Louisiana
      24391
    • zapf »

      Hier können StN-Leser aufgeklärt werden.

      http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-genehmigung-fuer-abstellbahnhof-in-untertuerkheim-fehlt.c1b239ea-6c23-430f-93aa-b2560bc9bf4f.html "...
      Die Auslegung der Pläne brachte der Bahn bis zum 18. August 2010 insgesamt 700 Einwendungen. Sie müssten eigentlich wenige Monate nach Ende der Einwendungsfrist erörtert werden. Beim Thema Grundwasser im Schlossgarten drohte die Bahn dem fürs Erörterungsverfahren zuständigen Regierungspräsidium (RP) wegen einer Fristüberschreitung Konsequenzen an. Beim geplanten Abstellbahnhof zeigt die Bahn dagegen Langmut. „Nein, gedrängt wurden wir in diesem Fall nicht, im Gegenteil, wir warten noch auf die Stellungnahme der Bahn“, sagt ein Behördensprecher. Eine Aussage zum Zeitplan könne man daher nicht geben. ..."

      Das übliche s21-Planungschaos

      zapf
      25537
    • Rita Vogel »

      "Die Um- und Neuplanungen sind offenbar so umfangreich, dass es für den Abstellbahnhof in Untertürkheim einen Neustart geben könnte. Infrastrukturchef Kefer gab bei der jüngsten Sitzung des Stuttgart-21-Lenkungskreises zur Kenntnis, dass eine Neueinreichung der Unterlagen geplant sei."
      Bedeutet das, dass das Planfeststellungsverfahren nochmal ganz von vorne beginnen müsste?

      Rita Vogel
      21209
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