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Ruth Gisela Evers »
Rede von Hans Heydemann auf 223. Mo-Demo 26.5.2014
„Rostbrühe aus Blauen Rohren ins Heilquellen-Schutzgebiet? Über den Schwindel der Bahn mit dem GWM“
Liebe Freunde und Mitstreiter für den Erhalt des Kopfbahnhofes!
Heute habe ich Euch etwas mitgebracht: In dieser Flasche hier ist nicht etwa Limonade – oder Tee, nein, es ist Rostwasser aus den Blauen Rohren des GWM, so wie es an einem Infiltrationsbrunnen im Kernerviertel ansteht, um dort in den Untergrund des Stuttgarter Heilquellen-Schutzgebietes versenkt zu werden!
Und in dieser Flasche hier – viel schlimmer noch – die Rostbrühe, die in der Überschußleitung am Rosensteinhang in den Neckar eingeleitet wird.
Wir Ingenieure22 haben die Wasserproben aus den Blauen Rohren von anerkannten Prüflabors untersuchen lassen. Ergebnis: In der Probe aus dem Kernerviertel wurde 16–17 mg Fe/l festgestellt. Für die Einleitung von Eisen in den Untergrund ist ein Grenzwert von 1 mg/l festgelegt; der wird also um 1.600 % überschritten! Die DB wie auch das zur Überwachung verpflichtete AfU scheint das aber nicht zu stören!
In der Wasserprobe aus der Leitung zum Neckar wurden gar 139 mg Fe/l ermittelt. Eisenhydroxid ist für Fische und andere aquatische Lebewesen toxisch; es setzt sich an die Kiemen der Fische und behindert deren Sauerstoff-Aufnahme, sie verenden qualvoll. Andere Bundesländer verbieten, Wässer mit höherem Eisengehalt als 2 mg/l in offene Gewässer einzuleiten. Verstöße werden dort als Umwelt-Straftat verfolgt. Merkwürdigerweise gibt es in Baden-Württemberg keine solche Bestimmung – trotz des seit drei Jahren grünen Umweltministeriums!
Der Rost im Wasser stammt aus den Blauen Rohren; diese sind aus gewöhnlichem Stahl ohne inneren Korrosionsschutz. Bekanntlich rostet ungeschütztes Eisen bei Anwesenheit sauerstoffhaltigen Wassers bis zur völligen Zerstörung! Je m² Oberfläche wird täglich bis zu 10 Gramm Eisen in Eisen-Hydroxid, also Rost umgewandelt! Im Gegensatz zu einigen anderen Metallen bildet Eisen keine schützenden Deckschichten, die Korrosion verhindern. Diese Rohre hätten nie eingebaut werden dürfen. Ständiges Einleiten von Rostbrühe in das Heilquellen-Schutzgebiet ist damit unvermeidlich!
Das alles ist der DB sowie dem EBA und den beteiligten Behörden durchaus bekannt. Die DB hatte 2011 angegeben, sie hätte Rohre mit PE-Innenbeschichtung ausgeschrieben; Hölscher habe ein Alternativ-Angebot über „gleichwertige Rohre“ vorgelegt und dafür den Zuschlag erhalten. Den Nachweis der Gleichwertigkeit ist Hölscher indessen bis heute schuldig geblieben.
Wir Ing22 hatten schon im August 2011 hiergegen Beschwerde beim Eisenbahn-Bundesamt eingelegt; diese wurde abgebügelt unter Verweis auf die Stellungnahme der Fa. Hölscher und die des Amtes für Umweltschutz Stuttgart: „ Die Ausführungen der beiden Stellungnahmen sind plausibel, so daß die Verwendung der Wasserrohre ... nicht zu beanstanden ist. Auch aus der Stellungnahme der unteren Wasserbehörde der Stadt Stuttgart ergab sich kein Anhaltspunkt dafür, daß die Verwendung der Rohre zu beanstanden sei. Sollten sich zukünftig andere Erkenntnisse ergeben, wird das EBA diese im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens selbstverständlich überprüfen. Gerade im Hinblick auf Gefahren für das Grundwasser wird die gesamte Wasserhaltung während der
Bauzeit fortlaufend überwacht, so daß eine Gefährdung des Grundwassers nicht zu befürchten ist.“
Diese neuen Erkenntnisse mit den Rostwasserproben haben wir Ing22 dem EBA am 25.4.14 mitgeteilt und Bilder dieser Rostbrühe beigefügt. Bisher ist keine Antwort gekommen.
Einzig Bürgermeister Hahn hat bisher geantwortet: „Das Amt für Umweltschutz hat veranlaßt, daß die Vorhabensträgerin unverzüglich eine Prüfung des Infiltrationswassers durchführt. Die von der Vorhabensträgerin vorgelegten Fotos lassen aus wasserwirtschaftlicher Sicht keinen Handlungsbedarf erkennen. Das Wasser weist keine Trübung auf, die eine Gefährdung des Grundwassers befürchten läßt. Der Anfangsverdacht einer Verunreinigung des Grundwassers wurde somit ausgeräumt.“
Doch so einfach lassen wir die nicht davon kommen. Eine unabhängige und strenge Überwachung des GWM sieht anders aus! Wir werden nachlegen und Ihr alle sollt mithelfen durch Briefe an BM Hahn und das AfU mit der Forderung, das GWM mit diesen Rohren nicht in Betrieb gehen zu lassen. Es darf keine Rostbrühe ins Heilquellen-Schutzgebiet eingeleitet werden! #bericht




Genauso könnte man einen Volksentscheid herbeiführen, ob es nachts Tag sei.
@pelikan
http://www.initiative-zur-abschaffung-der-sommerzeit.de/
;)
#rostwasser #rostbrühe