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Eingeordnet unter: Stuttgart 21

  • Louisiana
    24391
    Louisiana » #zeitplan #Terminplan #Leger #Rosenstein

    Ich habe mir das Interview mit S21-Projektchef Leger nochmal vorgenommen und habe mal alle echten Infos rausgezogen, die darin (durch Projektsprech gut umhüllt) enthalten sind.

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-warten-sie-ab-wie-schnell-wir-hier-noch-werden.c35f6f69-1896-4bcf-81bf-70b911ce1520.html
    (Artikel vom 04.04.2015, erschienen an diesem Tag auch in der gedruckten Samstagsausgabe der StZ)

    „Natürlich haben wir nicht alles richtig gemacht. Und natürlich leiden wir heute an den vielen Verzögerungen. Einige Planfeststellungsbeschlüsse liegen weit zurück, so dass diese geändert werden müssen. Die Hauptursache liegt darin, dass sich die Normen geändert haben. Wir reagieren darauf und brauchen die Planänderungen: Es haben sich schlicht die Realitäten verändert.“

    -> Nackte Information: Sie müssen Pläne ändern und einige (!) PlanfeststellungsBESCHLÜSSE (!) müssen geändert werden.

    „Die gefundene Lösung lässt sich nur bis Ende 2021 realisieren, wenn wir einen Neubaustreckenteil und einen für die Gäubahnanbindung bilden.“

    -> Der betreffende Planungsabschnitt auf den Fildern muss geteilt werden.

    „Wir können mit dem bestehenden Verfahren wohl den Neubaustreckenteil weitertreiben. Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr die Genehmigung dafür bekommen. Dafür müssen wir die Unterlagen frisch aufbereiten, aber auch das Eisenbahn-Bundesamt und das Regierungspräsidium sind hier gefordert. Bei der Einbindung der Gäubahn heißt es für uns aber: Zurück auf Los! Dafür müssen wir innerhalb des Verfahrens in eine neue Offenlegung der Pläne und in eine Erörterung gehen. Wenn es gut läuft, bekommen wir dafür das Baurecht Ende 2016, Anfang 2017.“

    -> Sie wissen noch gar nicht, ob sie nicht für den Neubaustreckenteil (auf den Fildern) auch ein neues Erörterungsverfahren starten müssen. Und sie wissen nicht, wann sie für diesen Teil eine Genehmigung bekommen. Sie haben derzeit keine.
    -> Beim Gäubahnteil müssen sie auf alle Fälle ein neues öffentliches Erörterungsverfahren starten mit allem Drum und Dran. Derzeit ist völlig offen, ob und wann sie für diesen Teil dann eine Genehmigung bekommen. Sie haben derzeit keine.

    „Für die Gäubahnanbindung haben wir bislang gute Ideen von cleveren Ingenieuren, aber noch keine Entwurfsplanung. Die erstellen wir in den nächsten Monaten. Ich gehe davon aus, dass wir diesen Teilabschnitt nicht bis 2021 hinbekommen. Aber es ist noch zu früh, ein konkretes Datum zu nennen.“

    -> Es gibt bisher noch keinerlei (!) Planung für die Gäubahnanbindung. Sie wissen überhaupt nicht, wie lange sie für diesen Abschnitt brauchen werden.

    „Stand vergangener Woche waren rund sechs Prozent der Tunnel in Stuttgart ausgebrochen.“

    -> Erst 6 % der Tunnel sind ausgebrochen nach all der Zeit.

    „Nehmen Sie die Baustelle an der Ulmer Straße in Wangen, wo wir auf Grundwasser gestoßen sind, wo unsere Experten kein Grundwasser erwartet hatten. Da müssen nun die Tunnel vier Meter tiefer liegen. Das muss geplant und genehmigt werden.“

    -> Ihre Pläne waren falsch. Die Voruntersuchungen waren nicht ausreichend.
    -> Sie müssen umplanen. Die Tunnel müssen 4 m tiefer gelegt werden. Dafür gibt es derzeit weder Pläne noch Genehmigungen.

    „Die Rettungszufahrt am Wagenburgtunnel ist fertig; wir bauen dort nun das hochkomplexe Verzweigungsbauwerk.“

    -> Bis jetzt ist am Wagenburgtunnel nur die Rettungszufahrt fertiggestellt. Der eigentliche Tunnelbau kommt erst noch. Sie fangen damit gerade erst an.

    „Andernorts läuft es nicht so rund. Die Baugrube an der Ehmannstraße kann wegen des Juchtenkäferbesatzes in den Bäumen nicht geöffnet werden. Wie geht es dort weiter?

    Um die Bäume zu erhalten, haben wir eine Lösung gefunden. Wir werden dort nicht wie geplant eine große Baugrube öffnen, sondern die Tunnel in bergmännischer Weise erstellen. Das reduziert die Betroffenheit erheblich, weil die Lkw unterirdisch fahren. Diese Änderungen werden wir in den nächsten Tagen dem Eisenbahn-Bundesamt vorstellen.“

    -> Sie haben an der Ehmannstraße keine Artenschutz-Lösung gefunden, die genehmigt worden wäre. Dadurch waren sie zum kompletten Umplanen an dieser Stelle gezwungen. Die neuen Pläne sind noch nicht vom Eba genehmigt, d. h. es liegt derzeit auch an dieser Stelle keine Genehmigung für den Tunnelbau vor.

    „Keine Juchtenkäferumsiedlung?

    Nicht an der Ehmannstraße. Aber am Rosensteinportal. Das ist ein Flora-Fauna-Habitat, das besonders streng geschützt ist. Da brauchen Sie das Okay aus Brüssel, um etwas machen zu dürfen. Jetzt suchen wir die Flächen, auf die wir die dortigen Juchtenkäfer umsiedeln können.“

    -> Sie haben keine Genehmigung, um am Rosensteinportal überhaupt mit den Vorarbeiten (Baumfällen, usw…) für den eigentlichen Tunnelbau beginnen zu können. Der Rosensteinpark ist FFH. Sie brauchen deshalb die Genehmigung der EU für ihre Maßnahmen. Es hört sich so an, als hätten sie noch nicht einmal Pläne, wie sie dem Artenschutz nachkommen wollen.
    -> Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der gesamte Rosensteinpark FFH ist – nicht nur das Gebiet am angedachten Rosenstein-Tunnelportal.

    „Laut der Präsentation aus dem August 2014 sollten Sie am Bahnhof bereits die erste Bodenplatte betonieren. Der Verzug liegt aber nicht allein an den Funden, oder?

    Die Arbeiten haben sich verzögert, weil wir die Planänderung für das Grundwassermanagement erst im Oktober 2014 bekommen haben. In diesem Sommer werden wir das Betonieren der Bodenplatte erleben, und im Frühjahr 2016 sieht man dann die erste kelchförmige Stütze des Bahnhofsdachs entstehen.“

    -> Sie sind mit den Arbeiten am Bahnhof selbst heillos im Verzug.
    -> Anmerkung: Laut vorhergehender Zeitungsberichte ist daran nicht nur die verspätete Genehmigungserteilung für das GWM schuld, sondern sie können die Fundamente nicht gießen, solange nicht feststeht, wie die baulichen Vorrichtungen für den Brandschutz aussehen sollen. (Das Brandschutzkonzept ist derzeit immer noch nicht genehmigt.)

    „…die Bahn mache nie das, was sie versprochen hat, weil jetzt doch Lastwagen auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Eine Umplanung oder ein Missverständnis?

    … Alle Betroffenen haben immer gewusst, dass die Baustraße von der Jägerstraße Richtung Bahnhofstrog in der Form nicht ständig aufrecht zu erhalten ist.“

    -> Sie haben immer noch Probleme mit der Baustraßenlogistik. Sie können sich nicht an die bisherigen Pläne halten.

    „Den Tunnel Bad Cannstatt etwa bauen wir jetzt über eine längere Strecke als geplant vom Zwischenangriff Nord aus.“

    -> Es erfolgte eine Umplanung beim Tunnel Bad Cannstatt.

    „Noch nicht geredet haben wir über den Brandschutz. Warum ist das Konzept immer noch nicht genehmigt?

    Das Konzept, das wir im Oktober vorgestellt hatten, ist mit den Feuerwehren diskutiert. Uns fehlt aber noch eine Planänderung durch das Eisenbahn-Bundesamt. Intern und auch bei der Behörde lag aber die Priorität auf den beiden fehlenden Abschnitten an der Neubaustrecke. Die sind jetzt da. Wir nehmen das Thema Brandschutz sehr ernst und wichtig und sind, was die Genehmigung angeht, entspannt und auf einem guten Weg.

    Tatsächlich?

    Unsere Fachleute und Spezialisten sagen uns, dass die Entrauchung – und das ist das Entscheidende – am Bahnhof funktionieren wird. Und die Feuerwehren haben unserem Konzept im Grundsatz auch zugestimmt. Wenn die Planänderung da ist, wird das eingearbeitet, und dann geht’s weiter.“

    -> Das Brandschutzkonzept für S21 ist immer noch nicht genehmigt!!!
    Und so wie sich das anhört, wissen sie auch nicht, ob und wann sie die Genehmigung überhaupt bekommen werden.

    „Und wie steht es um die Neubaustrecke?

    Dort liegen wir so gut in der Zeit, dass ich meinen Leuten sage, dass sie nicht zu euphorisch sein sollten. Bisher ging alles gut. Alle Risikovorsorgen, die wir und die Baufirmen getroffen haben, wurden nicht benötigt. Aber wir wissen nicht, was noch kommt. Auf der Albhochfläche am Widderstalltunnel ist es so, dass wir den Aufwand brauchen, den wir geplant hatten. Dort sind viele kleine Karstlöcher, die einzeln erkundet und verfüllt werden müssen.“

    -> Die echten Probleme mit den Höhlen der Schwäbischen Alb stehen erst noch bevor.

    Eine Polemik, die ich mir nicht verkneifen kann:

    „Wir haben eine wesentliche Botschaft. Diese lautet: Wir reden nicht mehr über das Warum bei dem Projekt, sondern darüber, wie wir es bauen.“

    -> Über das Warum sind wir uns auch schon längst im Klaren: damit sich eine Handvoll Unternehmer die Taschen füllen können und weil Politiker nicht fähig sind, Fehlentscheidungen zu revidieren. Das Wie ist genau das, was auch für uns immer interessanter wird. ;-P

    #Zeitplan #Terminplan #Leger #Rosenstein

    Angehängtes Bild:
    Rosensteinhang_050415.jpg
    800 KB

    25 Kommentare · Alle Kommentare laden
    • Louisiana
      24391
    • Louisiana »

      http://www.siegfried-busch.de/styled-21/index.html
      Angelikas MoDemo-Moderation bei Siegfried Busch

      Louisiana
      24391
    • desmo »

      Für mich ist das ganze Projekt Stuttgart 21 so als ob einer ein Haus auf einem freien Platz baut und erst dann den Eigentümer fragt ob der Platz überhaupt zum Verkauf steht und dann die Baubehörde darüber informiert das das Haus auf dem Grundstück das ihm nicht gehört genehmigt werden muß.
      Und sowas in einem Land in dem immer alles haarklein geregelt wird.
      Bis dieses Projekt jemals so funktioniert wie sich die heutigen Verantwortlichen das vorstellen , sind doch viele von denen garnicht mehr da oder im unverdienten Ruhestand und lassen den Nachfolgern die Katastrophe zur Bearbeitung. Läuft dann wohl unter Arbeitsplatzsicherung und die Bevölkerung kann den Ärger ausbaden - jahrzehntelang. Kein Wunder das Stuttgart einen ziemlich schlechten Ruf im weitern Umland hat und die Einwohnerzahl stagniert oder sogar sinkt. Die Straßen Stuttgarts sind einer Autostadt wie Stuttgart nicht gerecht wie eine schlechter funktionierender Bahnhof überflüssig ist. Man sollte sich mal am Bedarf orientieren und nicht an den Wünschen von Verkehrsplanern die schon in den letzten 30 Jahren nichts auf die Reihe bekommen haben.
      Überraschend ist doch das Verkehrsaufkommen in Stuttgart nicht , so wie es auch nicht überraschend ist das bei S 21 so einiges ... sagen wir mal schief läuft ... was wiederum einen Beitrag zum Rang in der Liste der korrupten Staaten leistet mit Tendenz nach oben.
      http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Korruption_in_Deutschland

      desmo
      14570
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