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Eingeordnet unter: Stuttgart 21

  • Vileda
    31441
    Vileda » #föll #finanzen #finanzierung

    Antwort auf "Wer finanziert Stuttgart21"

    Bürgermeister Föll: "Die Stadt hat die Mineralbäder Berg und Cannstatt sowie den Güterbahnhof Cannstatt erworben, aber das hat mit Stuttgart 21 nun wirklich nichts zu tun".

    Quelle: http://www.stuttgart.de/item/show/318970/1/3/429655

    Über den Aspekt der Verzugszinsen für das S21 Gelände als Geschenk der Bahn haben wir ja hier schon ausführlich diskutiert. Nun geht es um einen kleineren Teil, dass Gelände des Cannstatter Güterbahnhofs, von der Stadt für 40,5 Mio. € gekauft, wegen der Sanierugs und Erschließungskosten von 65 Mio. € aber immer noch nicht erschlossen. Das hat also mit S21 erst mal nichts zu tun. Hier sollte das olympische Dorf entstehen für die Olympiade 2012. Damals haben sich für Deutschland Hamburg, Düsseldorf Leipzig und Stuttgart beworben. Den Zuschlag bekam Leipzig. Nach einer Studie der Universität Hohenheim war die misslungene Abschlusspräsentation ausschlaggebend dafür, dass Stuttgart den letzten Platz machte. Doch wie groß war die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt einer der deutschen Bewerber zum Zuge kommen konnte? Man beachte die internationalen Mitbewerber: Paris, London. Moskau, Madrid und New York. Da sind 5 Welthauptstädte auf der einen Seite und 4 deutsche Provinzhauptstädte auf der anderen. .

    Nun wissen wir inzwischen, dass es ein umfangreiches Programm an Kompensationgeschäften gibt, welcher der Bahn den Einstieg in Stuttgart 21 schmackhaft gemacht hat, nachdem der einstige Bahnchef Ludewig es für unrentabel gehalten hatte. Der Nachfolger musste in seiner Rolle als Milliardeninvestor eingekauft werden. Hier muss man dann auch die Frage stellen, wie realistisch war ein Gelingen der Olympiabewerbung? Nach der internationalen Mitbewerberlage eigentlich nahezu aussichtslos. Dennoch sichert man sich im Jahre 2001, dem Jahr als auch das Gelände für S21 für 459 Mio. € erworben wurde, das Gelände, um ein olympisches Dorf bauen zu können. Eine Plan B, was damit zu geschehen habe falls die Bewerbung misslingt, den gab es nicht.

    Stellt sich die nächste Frage, warum wurde nicht gewartet, bis die Bewerbung erfolgreich war? Die Ausscheidung des deutschen Bewerbers war 2003, die Wahl Londons als Gewinner 2005. Musste denn die Stadt damit rechnen, dass ihr jemand das Gelände vor der Nase wegschnappen könnte, falls sie es dann doch brauchen sollte? Wenn es um Grundstücke geht, ist es der OB und seine Stadt, die wundersame Wandlungskräfte entfalten können, nämlich Gleiskörpergelände in Bauland. Für jeden andern Käufer wäre das Gelände mit seinen Altlasten ein Sack Flöhe gewesen, der ohne die Stadt dort überhaupt nichts hätte machen können.

    Fazit: Auch dieser Grundstücksverkauf, wenn auch nur ein kleiner Mosaikstein in der Finanzierung von Stuttgart 21, ist dem Verwöhnprogramm zuzurechnen, die Bahn für das Bahnhofprojekt zu reaktivieren.
    #föll #finanzen

    12 Kommentare · Alle Kommentare laden
    • Ideefix »

      @Peter: Das Mineralbad Berg war in Familienbesitz. Der letzte Besitzer, Ludwig Blankenhorn hat das Bad verkauft, weil er schwer krank war und nach seiner Übersiedlung in die Schweiz leider bald gestorben ist.
      http://www.bergerbuerger.de/index.php?id=45&tx_ttnews[tt_news]=4&cHash=10a01a8d33526687bb944effd4e89724

      Ideefix
      22605
    • Vileda »

      @dryaderich; "Die Stadt hätte einfach auch ein Vorkaufsrecht mit der Bahn aushandeln können."
      Das stimmt, obwohl ja niemand in Konkurrenz treten konnte. Die Stadt musste nur sicherstellen, dass sie im Bedarfsfall über das Grundstück verfügen hätte können und im Gegenzug der Bahn Zusicherungen hinsichtlich der Umwandlung in Bauland machen können. So hätte sie kein Geld riskieren müssen und eine Besiedlung wäre im Falle eines Scheiterns der Olympia-Bewerbung auch in ihrem Interesse gewesen. Offensichtlich sollte aber Geld fließen. Die Bahn war darüber hinaus auch Sanierungskosten losgeworden.

      7,7 Mio. € war das Budget der "Stuttgart 2012 GmbH" für die Olympia-Bewerbung. 1,35 Mio. € mussten 2004 noch nachgelegt werden. Von den 40.5 Mrd. € für das Gelände für das olympische Dorf, das man voreilige ausgegeben hatte, darüber wurde seinerzeit nicht diskutiert.
      http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2118200_0_5055_-abwicklung-der-olympia-bewerbung-dilettantisch-und-stuemperhaft-.html

      Vileda
      31441
    • Peter Fendrich »

      @Ideefix: Laut Gerhard Pfeifer (BUND) wollte Blankenhorn wegen S21 den Rechtsweg beschreiten - mit ziemlich hohen Erfolgsaussichten.

      Peter Fendrich
      6280
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