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DEN TEUFEL MIT DEM BEELZEBUB AUSTREIBEN
Eine kleine Presserecherche zum Stuttgarter Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler:
___________________________________________________Am 12. August 1944 überfiel die 16. SS-Panzergrenadierdivision »Reichsführer SS« das norditalienische Dorf Sant’Anna di Stazzema.
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Auf in Viehställen zusammengetriebene Menschen wurde mit Maschinengewehren geschossen. Schwerverletzte wurden zusammen mit Toten aufgeschichtet und verbrannt. Einer der wenigen Überlebenden berichtet sogar davon, wie einer schwangeren Frau das ungeborene Kind aus dem Bauch geschnitten wurde. Andere Augenzeugen sahen, wie die SS-Männer nach dem Blutbad singend und musizierend aus dem Dorf abmarschiert seien.
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Nach mehr als 60 Jahren, im Jahr 2005, wurden zehn der mutmaßlichen Täter des Massakers von Sant’Anna verurteilt, allerdings nicht in Deutschland, sondern von dem Militärgericht La Spezia in Italien. 2002 hat auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart Ermittlungen gegen neun der zehn Verurteilten aufgenommen. Doch nach neun Jahren Ermittlungsarbeit sieht Oberstaatsanwalt Bernhard Häußler aus Stuttgart bis heute keinen Grund zur Anklage.
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Von Oberstaatsanwalt Häußler gibt es [aber] bis heute keine Anklage. Seine Prioritäten liegen woanders. Im Februar teilte er der Presse mit, daß seine Behörde durch fast 1500 Anzeigen und Ermittlungsverfahren wegen der Proteste gegen das Bahnprojekt »Stuttgart 21« in Atem gehalten werde. Aus Gedächtnisprotokollen von »S21«-Gegnern geht hervor, daß der Oberstaatsanwalt bei Vernehmungen sogar persönlich anwesend war.Quelle: http://www.jungewelt.de/2011/03-09/024.php?sstr=Oberstaatsanwalt%7CH%E4u%DFer
___________________________________________________Mitten in Deutschland leben aber mindestens sieben alte Männer weiter in Ruhe und Frieden, die in Italien rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt sind. Der Grund: Sie waren an einem Massaker im kleinen toskanischen Bergdorf Sant'Anna di Stazzema im Jahr 1944 beteiligt.
Als Mitglieder der Waffen-SS haben die Männer nach Überzeugung der italienischen Justiz am 12. August 1944 zusammen mit ihren Kameraden 560 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, brutal ermordet. Das jüngste Opfer des Massakers war 20 Tage alt. Die SS-Männer trieben Menschen zusammen und warfen Handgranaten zwischen sie. Überlebende wurden erschossen. Im Anschluss brannte die SS das Dorf nieder.
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Doch im Gegensatz zum italienischen Militärgericht in La Spezia, das bereits 2005 zehn deutsche ehemalige SS-Angehörige im Alter von 79 bis 93 Jahren in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilte, ist die Staatsanwaltschaft Stuttgart noch nicht einmal bereit, Anklage zu erheben.Seit sieben Jahren ermittelt man in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Und seit sieben Jahren heißt es: "Wir sind noch lange nicht weit genug, um anzuklagen."
Das Problem sei, dass man den Tätern den Tatbestand des Mordes nachweisen müsse, und das sei äußerst aufwendig, sagt Bernhard Häußler, der zuständige Staatsanwalt.
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Von den 17 mutmaßlichen Tätern, gegen die man in Stuttgart im Jahr 2002 mit den Ermittllungen begann, sind bereits fünf gestorben. Die zwölf Lebenden führen zumeist ein zufriedenes Leben in kleinen Gemeinden: gut integriert, von den Nachbarn geschätzt. Sie können durchaus damit rechnen, für ihre Taten niemals zur Rechenschaft gezogen zu werden. Denn beim Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart sieht man den Sachverhalt genau wie bei der Staatsanwaltschaft: "Die Ermittlungen sind bei weitem noch nicht abgeschlossen."
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Einen ganz anderen Grund für den großen Geschwindigkeitsunterschied zwischen italienischer und Stuttgarter Justiz nennt die Anwältin Gabriele Heinecke, die exemplarisch für mehrere Überlebende den Italienier Enrico Pieri vertritt. "Die wollen überhaupt nicht anklagen", sagt Heinecke über die Schwaben. Bereits im Jahr 2005 habe Staatsanwalt Häußler ihr gegenüber geäußert, dass es wohl kaum jemals zu einer Anklage kommen würde.
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Nach Überzeugung der italienischen Gerichte wurden die Opfer von Menschen ermordet, die heute ihren Lebensabend unbehelligt genießen - mitten in Deutschland.Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/ns-kriegsverbrechen-da-muesste-man-hinterherhechten-1.459922
___________________________________________________...das Dicke sowohl als auch das Gönner-Hafte "Heil Hauk, Herr Strobl." sparen wir uns an dieser Stelle...
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@Bananenbieger: Danke, ich weiß. -Ich wollte nur nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. ;-)
H_Hanslmeier, ich betreibe keine Vorverurteilung und Begeisterung für Urteile eines Militärgerichts ist auch ein Fehlschluss. Es mag naiv sein, aber ich ziehe meine Rückschlüsse aus eben den oben angegebenen Artikeln. Mir geht es um Gerechtigkeit.
Es bleibt festzustellen, dass es bereits zu Strafverfahren hätte kommen können, die aber aus unbekannten Gründen nicht stattgefunden haben.
Die Zeit spielt hierbei eine übergeordnete Rolle.
#häußler