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Eingeordnet unter: Stuttgart 21

  • 11702
    11702
    11702 » #Rastatt #das-schwäbische-Bermuda-Dreieck #Russisch-Roulette #Kollusion

    Brisanteund sehr ausführliche Zusammenstellung von Winfried Wolf zum Rastattproblem, auch im Zusammenhang mit Stuttgart 21.

    https://www.rubikon.news/artikel/die-beinahe-eisenbahnkatastrophe-von-rastatt
    Verkürzte Fassung hier: https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/339/das-rastatt-desaster-4619.html

    Versagen auf 7 Ebenen: (im folgenden Zitat, Numerierung hinzufgefügt)

    Zieht man aktuell eine Bilanz des Rastatt-Desasters, dann haben bei der Beinahe-Eisenbahnkatastrophe von Rastatt die Deutsche Bahn mit den beteiligten Baufirmen, die Bundesregierung und die Behörden für Eisenbahnsicherheit (das Eisenbahn-Bundesamt und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung) auf sieben Ebenen versagt:

    1. Dazu gehört erstens die Entscheidung für eine fragwürdige Trassenführung im Bereich Rastatt. Eine Trassenführung abseits des bewohnten Gebiets und ohne gefährliche Untertunnelung („Unterfahrung“) der Bestandsstrecke kam aus dem Beweggrund „zu billig, das könnte Schule machen“ erst gar nicht in die engere Wahl.

    2. Zweitens wählte die Deutsche Bahn für die konkrete Untertunnelung der Rheintalbahn ein höchst problematisches und bislang auch laut DB „einzigartiges“, mit einem hohen Risiko verbundenes Bauverfahren.

    3. Drittens wurde die Untertunnelung ohne nachvollziehbaren Zwang bei Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs durchgeführt.

    4. Viertens erweist sich die wochenlang verbreitete amtliche Mitteilung als falsch, es habe ein plötzliches Schadensereignis (= Tunneleinbruch) und dann eine sofortige Reaktion (=Streckensperrung) gegeben. Über mehrere Tage, wenn nicht über mehrere Wochen hinweg machten Warnzeichen deutlich, dass die Bauweise kritisch war und es Erdbewegungen gab.

    5. Fünftens ließen die Verantwortlichen bei den Baufirmen und wohl auch bei der für die Infrastruktur verantwortlichen DB AG-Tochter DB Netz nach dem Tunneleinbruch 16 Minuten lang mindestens drei Züge über die sich absenkenden Gleise rollen. Das war im hohen Grad verantwortungslos, weil dadurch das Leben vieler Menschen aufs Spiel gesetzt wurde.

    6. Sechstens wurde bei den Tunnelarbeiten offensichtlich eine Fußgängerunterführung übersehen oder unzureichend beachtet, was den Tunneleinbruch begünstigt haben dürfte.

    7. Siebtens verhielten sich die Bundespolizei, die Staatanwaltschaft und die zwei genannten Behörden für Eisenbahnsicherheit fragwürdig insoweit, als sie keine Sicherung des Unfallortes und keine erste Unfalluntersuchung einleiteten. Auf diese Weise konnten die Verantwortlichen (DB AG, DB Netz und die in der ARGE zusammengefassten Bauunternehmen) Beweismittel beseitigen und eine unabhängige Untersuchung des Vorgangs extrem erschweren.

    Zitat Ende.

    Jeder Punkt wird noch ausführlich erläutert.

    Fazit zur Bedeutung der Erkenntnisse von Rastatt und der politischen Bedeutung für Stuttgart 21: Wieder als Zitat:

    Der Zusammenhang zwischen dem Rastatt-Desaster und Stuttgart 21 könnte ein wesentlicher Grund dafür sein, dass der Bahnkonzern und die Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium den Rastatter Schadensort derart wieselflink mit Beton deckeln ließen und deutlich günstigere Zwischenlösungen wie eine Behelfsbrücke erst gar nicht in Betracht zogen.

    Mit diesem Vorgehen in Rastatt soll auch jede weitere Diskussion gedeckelt und vermieden werden, dass die erforderlichen Konsequenzen – insbesondere diejenigen für Stuttgart 21 – gezogen werden.

    Das gilt auch für den erwähnten Fußgängertunnel. Ende August ließ die Deutsche Bahn mitteilen, „die Fußgänger-Unterführung an der Baugrube im Ortsteil Niederbühl“ müsse „abgerissen“ werden.

    Tunnelvortriebsmaschine einbetoniert. Geknickte Schienen abgebaut. Unterführung abgerissen. Über der Unfallstelle eine massive Betondecke. Das Rastatt-Desaster könnte noch heftige Nachwehen haben.

    Eine seriöse, verantwortungsbewusst handelnde Landesregierung beziehungsweise eine Mehrheit der baden-württembergischen Landtagsabgeordneten müssten einen Rastatt-Untersuchungsausschuss einrichten – nicht zuletzt, um der Gefahr einer Wiederholung eines vergleichbaren Desasters bei den S21-Tunnelbauten zu begegnen. Denn auf derart viel Glück im Unverstand, wie es die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn AG, bei den Baufirmen Ed. Züblin und Hochtief Solution und in der Bundesregierung im Fall Rastatt hatten, kann man bei den wesentlich umfassenderen und deutlich riskanteren Bauvorhaben in Stuttgart21 nicht bauen.

    Zitat Ende.

    https://www.rubikon.news/artikel/die-beinahe-eisenbahnkatastrophe-von-rastatt

    #Rastatt

    Angehängtes Bild:
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