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Eingeordnet unter: Stuttgart 21

  • Klaus Gebhard
    46
    Klaus Gebhard » #Riesen-Diskrepanz_aktualisiert

    Ihr müsst jetzt tapfer sein!

    Wie ihr in meinem Statement http://www.parkschuetzer.de/statements/172100 zum Zustandekommen meiner Tunnelkilometerzahlen lesen konntet, habe ich von Anfang an die wegen S21 neu zu bauenden SSB-Tunnel miteingerechnet, da es für mich keinen Unterschied macht, ob Häuser oder gar ganze Stadtviertel nun wegen eines SSB- oder DB- oder Rettungstunnels im heiklen Stuttgarter Gestein evtl. ins Rutschen kommen, vom Gipskeuper hochgedrückt werden, Schlagseite oder Risse bekommen oder gar einstürzen. Jeder Meter vorwärtsgetriebener Hohlraum unter unserer Stadt erhöht schlicht und einfach alle diese Gefahren!

    Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal an meine Argumentation erinnern, in der ich die neue U12-Stadtbahnlinie durchaus begrüßt hatte - und gleichwohl die Ein- bzw. Ausfädelung aus der Bestandsstrecke unter der Heilbronner Straße von und zur Stadtbibliothek kritisiere, siehe zur Auffrischung nochmal: http://www.parkschuetzer.de/statements/149862

    Wer also behauptet, die U12-Tunnels seine wegen der zu begrüßenden neuen Stadtbahnlinie ohnehin notwendig gewesen und deshalb nicht zu den S21-Tunnelkilomtern dazuzurechnen, irrt schlichtweg, siehe die damals eigens angefertigte Graphik mit der alternativ möglichen wesentlich kürzeren Einbindung in das bestehende SSB-Netz. Soweit zur Rechtfertigung, weshalb ich immer schon die SSB-Tunnels, soweit sie S21 verursacht sind, miteingerechnet hatte und habe.

    Inzwischen liegt uns nun nach den DB-Zahlen auch die aktuelle Vortriebszahl der unter'm Postdörfle wühlenden SSB vor: aktuell 385 m (Stand: 21.05.14). Entsprechend habe ich in meiner aktualisierten Graphik (siehe anbei) das Schild "Bereits gebohrt" um 400 m auf 0,8 km angehoben. (Die genaue Aufschlüsselung habe ich unten nochmal angehängt.)

    Andererseits habe ich aber auch die insgesamt zu bohrende Gesamttunnelröhrenstrecke unter Stuttgarter Gemarkung um 200 m auf 62 km angehoben, und zwar wegen der in der alten Zahl 61,8 km bisher nicht miteingerechneten Rettungsstollen Wagenburg und Jägerstraße links und rechts des Tiefbahnhofs.

    Die in der neuen Graphik angegebenen Zahlen sind nun also für's erste wasserdicht, sprich: amtlich. Die Riesen-Diskrepanz zwischen "gefühltem" und tatsächlichem S21-Baufortschritt lautet in Zahlen aktuell also: Von 62 km zu bauenden Röhren unter Stuttgarter Stadtgebiet sind bisher lediglich 0,8 km gebohrt!

    Viel mehr dürfte im Laufe der nächsten Monate nicht dazukommen. Lediglich die SSB kommt zwischen Hbf und Türlenstraße einigermaßen nach Plan voran. Die Gesamtlänge der dort zu bohrenden Tunnelröhren liegt aber bei deutlich unter 2 km, sodass selbst im für uns schlimmsten Fall der Fertigstellung der SSB-Tunnels dort die Gesamtleistungsbilanz der S21-Maulwürfe im niederen einstelligen Bereich bleibt.

    Die DB jedenfalls hat derzeit vorwiegend mit den nicht unterschriebenen Gesattungsverträgen der Grundstücksbesitzer zu kämpfen. Ich meine, neulich eine Meldung gelesen zu haben, wonach von den 1600 Eigentümern gerade einmal 232 den unverschämt ausgestalteten Gestattungsvertrag unterschrieben haben.
    Ein recht interessantes Beispiel für das Auf-der-Stelle-Treten bzw. -im-Loch-Hocken der DB werde ich morgen Abend mit einigen Fotos hier einstellen ...

    Ich hoffe, euch verlässt angesichts der nachjustierten Pegelgraphik nicht der Glauben an die Wirkungskraft dieser Veranschaulichung. Ich bin überzeugt, dass sie uns noch viele Monate gute Dienste leisten wird, um den vielen Menschen, die angesichts der großflächigen Zerstörungen rund um den Bahnhof glauben, es sei schon "viel zu viel gebaut, um noch umkehren oder umsteigen zu können", die Augen für die wahren Verhältnisse zu öffnen.

    +++++++

    Und hier nochmal die aufgeschlüsselten Zahlen von DB und SSB:

    Auskunft SSB vom 21. Mai 2014:

    U12-Tunnelverlegung wg. S21: Im ersten Bauabschnitt im Bereich der Heilbronner Straße befindet sich der Vortrieb momentan bei ungefähr 385m

    Auskunft "Bahnprojektbüro S-Ulm" vom 13. Mai 2014:
    Folgende Vortriebsstände kann ich Ihnen mitteilen:

    Zwischenangriff Nord:
    Tunnelvortrieb Richtung Bad Cannstatt: 49,00 m
    Tunnelvortrieb Richtung HBF: 49,90 m.

    Rettungszufahrt HBF-Süd: 158,00 m

    Filderportal (Fasanenhof): 143,00 m

    Zwischenangriff Ulmer Straße: -31,25 m (als Schacht)

    Mein Kommentar zu Letzterem:
    Die -31,25 m sind schlicht das senkrechte Loch, in dem sie in Wangen festsitzen. Offenbar können sie wegen fehlender Unterfahrungsrechte rspktv. Gestattungsverträge keinen Meter echten Tunnel nach links oder rechts bohren.
    Ein solches Loch ist aber kein Tunnel, weswegen ich diese 30 m nicht mitzähle.

    #Riesen-Diskrepanz_aktualisiert

    * PDF Plakat im A3 Format (1.1 MB) *
    http://www.parkschuetzer.de/assets/termine/2014/Plakat_A3_Diskrepanz_62_300_dpi.pdf

    Angehängtes Bild:
    Flyer_A4_Diskrepanz_62_300_dpi.jpg
    600 KB

    Statement wurde moderiert (22.05.2014 21:58) :
    Link zum Plakat hinzugefügt

    24 Kommentare · Alle Kommentare laden
    • Lyra »

      Klaus, nichts für ungut, aber ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass eine offene sachliche Diskussion dazu nicht besonders erwünscht ist. Und das finde ich sehr schade! Solche Argumente ins Feld zu führen wie "Ängstlichkeit", oder nun gar mangelnde Solidarität mit den von SSB-Untertunnelungen betroffenen Bewohnern, heißt ja nichts Anderes, als unterschwellig Vorwürfe zu machen, arbeitet also auf der rein emotionalen Ebene statt auf der sachlichen; und greift den sachlich argumentierenden Andersmeinenden persönlich an, wenn auch subtil - wer will denn schon als zu ängstlich gelten für eine Diskussion mit (Noch-)Nichtkopfbahnhoflern, oder gar als unsolidarisch?
      So etwas ist eigentlich eine Art von Rhethorik, die gerade wir vermeiden sollten. Das müsste doch gehen, auch wenn verständlciherweise persönliche Befindlichkeiten da sind.
      Es ist jetzt halt einfach, wie es ist, und nicht mehr zu ändern anscheinend; diese Überlegungen hier kommen halt zu spät. Das könnte man doch einfach auch hier sagen, dann wär's klar.

      Lyra
      34198
    • Jutta Radicke »

      @Klaus: Meine Solidarität gilt selbstverständlich auch denen, die durch SSB-Tunnel gefährdet sind. Meine Argumentationslinie ist trotzdem die: Zu den Bahntunnels kommen noch SSB-Tunnels hinzu.

      Die Argumentation, die SSB-Tunnels beinhaltet, ist für diejenigen, die in der Nähe eines solchen Tunnels wohnen oder sonst regelmäßig damit konfrontiert sind, nachvollziehbar. Das sind aber vergleichsweise wenige Personen. Die große Masse der Menschen hat schon Probleme damit, sich die Bahntunnels vorzustellen. Wenn wir verstanden werden wollen, müssen wir die Leute dort abholen, wo sie sind, und uns auf das Wesentliche beschränken! Vom Tunnel für die U12 - die meisten wissen nicht einmal, wo er ist - sind nur wenige Fahrgäste betroffen, von den Bahntunnels sehr viele.

      Jutta Radicke
      4241
    • Klaus Gebhard »

      @ Lyra:

      Also ganz ehrlich: ich finde, ich argumentiere völlig offen und sachlich.

      Noch ein Sachargument:
      Warum sollte ich die SSB-Tunnelröhren rauslassen, wenn sie selbst auf der Biss21-Seite als "für S21 zu bauend" eingezeichnet sind?!?
      Die Biss21-Seite ist ja nicht von mir gemacht, sondern ganz hochoffiziös vom Stuttgart-21-Büro!

      Wir schenken denen doch neuerdings nichts, oder?

      Klaus Gebhard
      46
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