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Der parkschuetzer.de Blog — Infos aus erster Hand

  • Manuel Heckel am Mittwoch, 10. November 2010, 22:23 Uhr

    Stuttgart. "Die Neubaustrecke nach Ulm steht volkswirtschaftlich auf der Kippe, sie soll durch unrealistische Phantomgüterzüge gerettet werden", kommentiert Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Baden-Württemberg das heute vorab bekannt gewordene Ergebnis der Neuberechnung der Wirtschaftlichkeit der Schienenwegeprojekte des Bundes. "Der Wert von 1,2 in der Nutzen-Kosten-Untersuchung belegt, dass der Nutzen der Schnellfahrstrecke nur minimal über den zu erwartenden Kosten liegt. Die Kosten des Projekts stehen in einem krassen Missverhältnis zu dem erwarteten Nutzen im Personen- und Güterverkehr", sagt Dahlbender. "Werden auf der Neubaustrecke weniger Personen- oder Güterzüge verkehren als kalkuliert oder steigen die Baukosten wie von unseren Gutachtern befürchtet, ist die Wirtschaftlichkeit sehr schnell nicht mehr gegeben." Angesichts dieser Ergebnisse müssten die Signale für die Neubaustrecke eigentlich sofort auf rot gestellt werden.

    Scharf kritisiert der BUND die heutige Äußerung von Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner zum Verfahren der Wirtschaftlichkeitsberechnung. "Frau Gönner hat unrecht, wenn sie den Gegnern von Stuttgart 21unterstellt, sie würden die Methodik der Nutzen-Kosten-Untersuchung nur anzweifeln, weil ihnen das Ergebnis nicht in den Kram passe. Das ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Richtig ist vielmehr, und das weiß Frau Gönner sehr wohl, dass alle standardisierten und anerkannten Verfahren von der Qualität ihrer Eingangsdaten abhängen", so Dahlbender. Und diese Eingangsdaten seien bei der vorliegenden Wirtschaftlichkeitsberechnung geschönt.
    "Klar ist: Die Neubaustrecke nach Ulm ist nur deshalb knapp wirtschaftlich, weil 17 leichte Güterzüge auf ihr verkehren sollen. Diese Güterzüge sind reine Phantomprodukte, die niemals aufgegleist werden und nur deshalb in die Rechnung eingestellt wurden, um die Wirtschaftlichkeit und damit Stuttgart 21 zu retten", begründet Dahlbender. Typisch sei, dass fast alle Neubaustrecken der Bahn nach ihrer Realisierung die ursprünglich kalkulierten Güterzüge nicht sehen. So sei auf der Neubaustrecke von Nürnberg nach Ingolstadt heute kein einziger von den ursprünglich angesetzten 90 Güterzügen unterwegs. Zwischen Mannheim und Stuttgart verkehren heute nur 40 statt der geplanten 120 Güterzüge - ein Schwund von fast 70 %. Und von Hannover nach Würzburg fahren heute nicht die kalkulierten 120, sondern nur 60 Güterzüge. "Auf der Schnellfahrstrecke nach Ulm werden niemals Güterzüge verkehren - einfach deshalb, weil kurze und leichte Güterzüge sich für die Transportbranche nicht rechnen und nicht marktfähig sind", so Dahlbender abschließend.

  • Antonio Landsberger am Donnerstag, 04. November 2010, 15:17 Uhr

    Aktionsbündnis:

    Bahn rechnet mit Güterzügen, für die die Strecke viel zu steil ist Stuttgart. Bei der dritten Schlichtungsrunde zu Stuttgart 21 wurde heute Vormittag die Neubaustrecke Wendlingen - Ulm behandelt. Die Vertreter des Aktionsbündnisses kritisierten, dass die Neubaustrecke allein auf den Personenverkehr ausgerichtet ist. Für den Güterverkehr ist die Strecke aufgrund der großen Steigungen in der Praxis nicht nutzbar. Die Steigung mit bis zu 35 Promille ist größer als auf der alten Strecke über die Geislinger Steige mit 22,5 Promille. Sollte die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm gebaut werden, müsste der laute Güterverkehr weiterhin über das dicht besiedelte Filstal fahren. Die Güterzüge, die laut Bahn auf der Neubaustrecke fahren sollen, sind nach Ansicht des Aktionsbündnisses reine Phantomzüge. Die Bahn habe sie bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung gebraucht, um den kritischen Wert von 1,0 gerade noch zu überspringen. Im Gegensatz zur Neubaustrecke Wendlingen-Ulm wäre der Ausbau der Rheintalbahn dreimal wirtschaftlicher.

    Eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Neubaustrecke soll nächste Woche im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags veröffentlicht werden. Bahnvorstand Kefer räumte heute Vormittag ein, dass wenn der Wert unter 1,0 liegen sollte, das Projekt neu überdacht werden muss.

    Der Tunnelanteil der Neubaustrecke ist mit rund 50 Prozent sehr aufwändig und im Bau extrem teuer. Das Aktionsbündnis geht davon aus, dass geologische Risiken dazu führen werden, dass die Kosten aus dem Ruder laufen und die Fertigstellung stark verzögert wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Neubaustrecke nicht knapp 3 Mrd. Euro kosten, wie bisher kalkuliert, sondern 4,5 Mrd. Euro.

    Mit freundlichen Grüßen

    Gerhard Pfeifer

  • Nadine Kostewa am Donnerstag, 04. November 2010, 00:03 Uhr

    Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Schlichtungsgesprächs:

    Dr. Heiner Geißler, Schlichter Stuttgart 21
    Klaus Arnoldi, Verkehrsclub Deutschland, Stv. Vorsitzender Landesverband Baden-Württemberg
    Peter Conradi, Architekt
    Dr. Brigitte Dahlbender, Vorsitzende BUND Baden-Württemberg
    Mathias Lieb, Verkehrsclub Deutschland, Vorsitzender Landesverband Baden-Württemberg (vormittags in Vertretung von Werner Wölfle MdL)
    Boris Palmer, Oberbürgermeister Tübingen (nachmittags in Vertretung von Werner Wölfle MdL)
    Winfried Kretschmann MdL, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen
    Hannes Rockenbauch, Stadtrat SÖS, Stuttgart
    Gangolf Stocker, Initiative Leben in Stuttgart – kein Stuttgart 21

    Dipl.-Ing. Wolfgang Arnold, Technischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen AG (in Vertretung von OB Dr. Wolfgang Schuster)
    Thomas Bopp MdL, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart
    Johannes Bräuchle, Bündnis der Befürworter – Wir sind Stuttgart 21
    Tanja Gönner, Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg
    Dr.-Ing. Volker Kefer, Vorstand Technik, Systemverbund und Dienstleistungen, Deutsche Bahn AG
    Ingulf Leuschel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Berlin
    Ernst Pfister MdL, Wirtschaftsminister Baden-Württemberg

    Expertenkreis zum Thema Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

    Auf Seiten der S21-Kritiker:
    Sascha Behnsen, Experte Schieneninfrastruktur
    Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack, Bahnexperte
    Rainer Engel, Pro Bahn Bundesverband
    Gerd Hickmann, Verkehrsplaner, Verkehrsclub Deutschland
    Michael Holzhey, KCW GmbH
    Alexander Kirfel, Geschäftsführer Netzwerk Privatbahnen
    Karlheinz Rößler, Vieregg-Rößler GmbH

    Auf Seiten der S21-Befürworter:
    Dr.-Ing. Florian Bitzer, Bündnis der Befürworter – Wir sind Stuttgart 21
    Prof. Dr. Gerhard Heimerl, Emeritus, Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen, Universität Stuttgart
    Thomas Lutz, Leiter Fahrplan, DB Netz AG
    Prof. Dr. Ullrich Martin, Direktor am Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen, Universität Stuttgart
    Dipl.-Ing. Uwe Stuckenbrock, Leiter Abteilung Städtebauliche Planung, Stadt Stuttgart
    Dr. Werner Weigand, Leiter Langfristfahrplan/Fahrwegkapazität, Deutsche Bahn AG

    Ein weiterer Experte wird bei Bedarf benannt.

    Expertenkreis zum Thema Kopfbahnhof 21

    Auf Seiten der S21-Kritiker:
    Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack, Bahnexperte
    Edwin Dutler, Vorsitzender Pro Bahn Schweiz
    Rainer Engel, Pro Bahn Bundesverband
    Gerd Hickmann, Verkehrsplaner, Verkehrsclub Deutschland
    Martin Hilger, Verkehrsplaner
    Egon Hopfenzitz, ehem. Vorsteher Hauptbahnhof Stuttgart
    Rafael Ryssel, Experte Schieneninfrastruktur

    Auf Seiten der S21-Befürworter:
    Dr.-Ing. Florian Bitzer, Bündnis der Befürworter – Wir sind Stuttgart 21
    Prof. Dr. Gerhard Heimerl, Emeritus, Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen, Universität Stuttgart
    Thomas Lutz, Leiter Fahrplan, DB Netz AG
    Prof. Dr. Ullrich Martin, Direktor am Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen, Universität Stuttgart
    Dipl.-Ing. Uwe Stuckenbrock, Leiter Abteilung Städtebauliche Planung, Stadt Stuttgart
    Dr. Werner Weigand, Leiter Langfristfahrplan/Fahrwegkapazität, Deutsche Bahn AG

    Ein weiterer Experte wird bei Bedarf benannt.

  • Hannes Rockenbauch am Mittwoch, 03. November 2010, 23:53 Uhr

    Für alle, die leider nicht bei der Südflügel-Begehung dabei sein dürften, hier der Link zum heutigen livestream der Begehung.
    http://bambuser.com/channel/kephren/broadcast/1137245

    Besonders zu beachten:
    1. eins der denkmalgeschützten Treppenhaus Geländer ist teilweise zerstört.
    2. in einem Treppenhaus gibt es drei türgroße Durchbrüche, die angeblich aus Brandschutz-Gründen nötig seien.
    3. die Bohrlöcher am Ende der Begehung für die Heizung.

    Fazit:
    momentan finden keine Abrissarbeiten im Südflügel statt.
    Es lohnt sich weiter unseren Bahnhof zu schützen!!

  • Hannes Rockenbauch am Mittwoch, 03. November 2010, 19:37 Uhr

    Der friedliche, kreative und massenhafte Widerstand gegen den Milliardenwahnsinn Stuttgart 21 begeistert nicht nur ganz Deutschland, sondern hat die Tunnelparteien gezwungen sich nun endlich  einem öffentlichen Faktencheck zu stellen. Das ist ein von allen gemeinsam erstrittener Erfolg.

    Die ersten beiden Gespräche haben gezeigt, die Bahn AG hat den Nordflügel abgerissen und hat illegaler Weise unter einem brutalen Polizeieinsatz Bäume gefällt, obwohl sie nach 16 Jahren Planung immer noch kein funktionierendes Betriebskonzept und keinen sinnvollen Fahrplan für ihren Tunnelbahnhof hat.

    Diese Art der Aufklärung ist wichtig, aber die Entscheidung ob wir nach dem Faktencheck oben bleiben oder unter die Erde kommen, liegt allein an der Frage ob es uns weiterhin gelingt den Druck auf Bahn und Politik aufrecht zu erhalten. Das geht nur mit einer landesweiten Aufklärungskampagne und natürlich mit friedlichen Massendemos und friedlichem Zivilen Ungehorsam.

    Wir werden den Stuttgart 21 Befürwortern nicht den Gefallen tun unseren Widerstand bis zur Landtagswahl einschlafen zu lassen. Genau das wird nicht passieren, auch wenn das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 beschlossen hat, jetzt Samstags bis zum 11.12. öfters mal Luft zu holen. Die Kult-Monatgdemos gehen ohne Pause weiter. Sollte sich die Bahn AG nicht an die Friedenspflicht halten oder weigern alle Fakten auf den Tisch zu legen wird sofort wieder Samstagsdemos geben.

    Am 13.11. mobilisieren wir zur Teilnahme an der Großdemo des DGBs in Stuttgart um eine klares Zeichen zusetzten, dass in Zukunft auch die Gewerkschaftsspitzen nicht an unserem Widerstand vorbei kommen.

    Am Samstag ,den 20.11., gibt es den wieder eine Großdemo gegen Stuttgart 21.

    Für den 11.12. plant das Aktionsbündnis dann eine Bundesweite Großdemo in Stuttgart. Alle sind herzlich eingeladen, damit wir zum Abschluss der Schlichtung wieder eine Demo der Superlative in Stuttgart hinbekommen. Auf die Plätze, Kraf tanken, mobilisieren, damit wir oben bleiben!

    Hannes Rockenbauch
    (Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21)

Wichtige Dokumente

  • Für Stuttgart 21 gibt es viele Gründe und bessere Alternativen, die nur einen Bruchteil kosten, von Karl-Dieter Bodack: PDF, 250Kb
  • Diverse Gutachten (kopfbahnhof-21.de)
  • Was kostet der Ausstieg aus Stuttgart 21?, VCD Baden-Württemberg e.V.
    PDF, 1,7Mb
  • Das Lügengebäude muss fallen, Dr. Liesel Hartenstein, ehem. MdB (SPD)
    PDF, 2,5Mb